Die Disruption in der Innenraumbegrünung

Hohe Luftqualität und Energieeffizienz gingen bisher nicht immer Hand in Hand. In den vergangenen Jahren zeichneten sich in der Entwicklung von Gebäuden zwei Stossrichtungen ab. Auf der einen Seite wurde im Bereich der wärmegedämmten Konstruktionen viel dafür investiert, dass die Gebäude nachhaltiger wurden und weniger Energie für Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HLK) benötigt wird. Zugunsten der Energieeffizienz wurden die Gebäude luftdicht. Dies birgt das Risiko, dass die Konzentration von Luftschadstoffen gefährliche Werte erreichen können, was eine ernstzunehmende Bedrohung für die menschliche Gesundheit darstellt. Auf der anderen Seite wurde auf den Anstieg der Luftverschmutzung und das gestiegene Bewusstsein für Gesundheitsprobleme reagiert, die durch verunreinigte Luft verursacht werden. In diesem Bereich wurde der Schwerpunkt der HLK-Industrie auf die Verbesserung der Luftqualität in Innenräumen verlagert, ohne dass jedoch wesentliche Fortschritte bezüglich der Energieeffizienz erreicht wurden und ein hoher Wartungsbedarf mit sich bringt.


Die Fähigkeiten der Natur, die Luftqualität in Innenräumen zu verbessern


Natürliche Pflanzen haben unter anderem zwei biologische Eigenschaften, die für das Innenraumklima vielversprechend sind: Erstens reinigen Pflanzen die Luft, indem sie fast alle Luftschadstoffe absorbieren und gleichzeitig Sauerstoff produzieren. Zweitens transpirieren Pflanzen 90% des gegossenen Wassers in die Luft, was zur Erhöhung der relativen Luftfeuchtigkeit beiträgt. Obwohl Pionierstudien (NASA, UTS) diese Eigenschaften erfolgreich nachgewiesen haben, wurde die Wirkung von Pflanzen innerhalb von Gebäuden bisher nur unzureichend untersucht und die Verbesserungen der Raumluftqualität war bisher kaum faktisch nachzuverfolgen.


“Indoor plants are typically selected on the basis of their aesthetic features rather than physiological requirements reflecting their capacity to remove air pollutants” (Cell Press Reviews).

Die Ausschöpfung des Pflanzenpotenzials mit Sensortechnik

Während die ursprüngliche Geschäftsidee und das Begrünungskonzept von Oxygen at Work auf wissenschaftlichen Studien (u.a. von der NASA) beruhten, hat das Start-up inzwischen ein eigenes Fundament geschaffen. "Heute arbeiten wir hauptsächlich mit unseren eigenen Daten aus der realen Welt", erklärt der CEO Manuel Winter und ergänzt: "Wir haben in jedem Raum, in dem wir unsere Pflanzen platzieren, Luftsensoren und wir verwenden auch eine Reihe von Metadaten, darunter Raumeigenschaften, Wetterdaten, die Lage der Immobilie, die Anzahl und Art der Geräte im Raum und vieles mehr - je nach Situation".


Auf der Grundlage dieser personenunabhängigen Daten entwickelte Oxygen at Work einen Algorithmus, der automatisch Verbesserungsvorschläge generiert. Dadurch können Büros z.B. durch HLK-Anpassungen Energieeinsparnisse realisieren. "Bei einem Kunden konnten wir 42 Prozent der Lüftungsenergie einsparen, ein anderer Kunde berichtete sogar von einer Reduzierung um 84 Prozent. Dies führte auch zu einer Einsparung von mehreren Tonnen CO2 pro Jahr", kommentiert Winter.


Das Fazit


Eine Auswertung von Kundendaten ergab, dass durch die verbesserte Luftqualität die Krankheitsabsenzen um ca. 60% und die Energiekosten durch kürzere Lüftungslaufzeiten um ca. 40% gesenkt werden konnten. Neben diesen Vorteilen, die direkt mit der Datenanalyse zusammenhängen, hat eine Umfrage ergeben, dass sich 54% der Mitarbeiter durch den zusätzlichen Sauerstoff produktiver fühlen und 84% der Mitarbeiter eine Verbesserung des Arbeitsumfeldes erlebt (vgl. folgende Darstellung). Letzteres wurde in Zeiten des Fachkräftemangels und dem "war of talents" extrem wichtig. Laut Winter ist dies ein entscheidender Faktor bei der Arbeitssuche, insbesondere für die Millennials.






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